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Zugehört 88 - Transkript

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Stachelbeck: Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zugehört, dem Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. Ich bin Dr. Christian Stachelbeck, Oberstleutnant, und hier im Zentrum Leiter des Forschungsprojekts „Deutsches Militär im kolonialen Einsatz, 1880 bis 1918 – ein Kontinuum der Gewalt“, wie es so schön heißt. Wir wollen uns heute über die deutsche Schutztruppe und die Realität militärischer Gewalt in der deutschen Kolonialgeschichte unterhalten. Zu diesem sehr interessanten Thema begrüße ich ganz herzlich meine, wie ich denke, sehr fachkompetenten Gesprächspartner: Hauptmann Dr. Pierre Köckert, er ist Angehöriger meines Projektteams, und zum Zweiten Christian Senne, er ist Fregattenkapitän der Reserve und Lehrer für historisch-politische Bildung sowie Leiter der Militärhistorischen Lehrsammlung an der Marineunteroffizierschule in Plön. Christian Senne ist besonders interessant, hat er sich doch in seiner jüngst abgeschlossenen Dissertation intensiv mit dem Lebensweg des deutschen Offiziers Curt von Morgen befasst – in den Jahren zwischen 1858 und zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – und er bringt heute in unserem Podcast die biografische Perspektive in unser Thema ein.

Curt von Morgen ist aus meiner Sicht ganz besonders interessant, weil wir auf der einen Seite tatsächlich über einen Offizier in den Kolonien sprechen, einen Kolonialoffizier, wie wir ihn durchaus bezeichnen können, in Kamerun, und auf der anderen Seite über einen Offizier, der in der deutschen Armee des Kaiserreichs groß geworden ist und nach der Jahrhundertwende dort unterschiedliche Verwendungen als Stabsoffizier im Generalstab hatte, bis zum Ersten Weltkrieg, in dem er Divisionskommandeur und Kommandierender General war. Ein besonders interessanter Lebensweg für unseren Podcast und daher auch besonders geeignet.

Sprechen wollen wir heute nicht nur über die Schutztruppe selbst – also quasi die in den 1890er-Jahren formal entstandene dritte Teilstreitkraft, würde man heute sagen, früher ein Wehrmachtteil im Kaiserreich – und ihre Rolle als militärisches Gewaltinstrument des kolonialen Staates. Wir wollen uns vielmehr darüber unterhalten, mit welchen Quellen und mit welchen Methoden wir uns diesen Streitkräften nähern können, wie wir also mehr über diese oft dunkle Episode der militärischen Geschichte des Kaiserreichs erfahren können. Geschichte wird, denke ich, immer dann besonders interessant und anschaulich – gerade auch für den Laien –, wenn sie die Geschichte von Menschen in den Mittelpunkt rückt. Insofern soll heute auch beispielhaft Curt von Morgen immer wieder eine wichtige Rolle spielen.

Bevor wir uns das genauer anschauen, vielleicht von meiner Seite ganz wenige Worte zur Einführung zu unserem Forschungsprojekt „Deutsches Militär im kolonialen Einsatz“ hier im ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Wir versuchen zu ergründen, wie sich deutsche koloniale Militärpraxis zwischen 1880 und 1918, also dem Ende des Ersten Weltkrieges, entwickelte, in welchen institutionellen, politischen und sozialen Strukturen Gewalt entstand und wie diese Gewalt im Alltag kolonialer Herrschaft eingebettet war. Das kann man als zentrale Leitfrage ableiten. Wir wollen damit Verbindungen zwischen der Gewalt-, der Kolonial- und der Militärgeschichte herstellen. Auch wenn das deutsche Militär und die Schutztruppe im Mittelpunkt unserer Forschung stehen, wollen wir die Perspektive bewusst ein wenig wegschieben von nationalen Erzählungen, von Narrativen oder vermeintlichen nationalen Sonderwegen hin zu einer transnationalen Analyse von Binnenlogiken und situativen Anschlussfähigkeiten. Anschlussfähig wollen wir damit auch sein an die aktuelle Forschung, darüber wollen wir gleich noch näher sprechen. Zentral für uns analytisch ist der Begriff „Einsatz“. Wir verstehen unter Einsatz die Entsendung und Verwendung von militärischem Personal zur Erfüllung eines hoheitlichen oder staatlichen Auftrags einer Kolonial- oder Imperialmacht. Der Einsatz des Militärs umfasst dabei die gesamte Bandbreite militärischer Gewaltanwendung: von der Androhung von Gewalt – etwa einer „Show of Force“, also dem Zeigen militärischer Potenziale – bis hin zum sogenannten Schießkrieg, also größeren militärischen Operationen in den Kolonien, bis hin zu den größeren, bekannten Kolonialkriegen.

Wir haben in unserem Haus einen ersten Workshop unter Einbeziehung internationaler Expertinnen und Experten veranstaltet und intensiv diskutiert, mit welchen methodischen und theoretischen Zugriffen man Verbindungen zwischen Gewalt-, Kolonial- und Militärgeschichte ziehen kann. Meine erste Frage geht jetzt an Piere Köckert. Pierre, du hast ja an dem Konzept unseres ersten Workshops wesentlich mitgearbeitet, du hast es mitentwickelt und damit auch die theoretische Rahmung ganz maßgeblich geprägt. Wenn wir jetzt aus einer Gewaltperspektive auf die Verbindung von Gewalt-, Kolonial- und Militärgeschichte blicken: Was waren denn die zentralen Ergebnisse, und was verändert sich, wenn man militärische Gewalt nicht nur als historische Episode, sondern als Bestandteil kolonialer Ordnung versteht?

Köckert: Danke für die Frage. Im ersten Workshop ging es darum, koloniale Gewalt nicht als Randthema, sondern als zentrales Strukturprinzip kolonialer Ordnung zu begreifen. Dabei waren drei Punkte entscheidend. Erstens: Wir haben gesehen, dass der koloniale Raum ein Labor militärischer Praxis war. Hier wurde ausprobiert, gelernt, angepasst – transimperial, lokal und situativ. Gewalt war also keine Ausnahme, sondern ein alltägliches Ordnungsprinzip, das Militär, Verwaltung, Polizei und Ökonomie miteinander verknüpft. Das betrifft Disziplin, Raumkontrolle, Arbeitseinsatz und Wissensproduktion gleichermaßen. Zweitens: Gewalt entsteht im Zusammenspiel von Akteuren, Wahrnehmungen, lokalen Vermittlern, Verwaltungspraxis und Umweltbedingungen. Deshalb braucht man Mikroanalysen und methodische Breite: Textquellen, Bildquellen, materielle Zeugnisse und, soweit möglich, lokale Stimmen. Das war ein wesentliches Ergebnis des Workshops. Drittens: Wenn man militärische Gewalt als Bestandteil kolonialer Ordnung versteht, verändert sich die Perspektive der Militärgeschichte. Sie wird zur Gewaltgeschichte. Der Fokus liegt dann nicht mehr auf einzelnen Feldzügen, sondern auf Routinen, Wissensformen und institutionellen Verflechtungen. Koloniale Herrschaft, militärische Praxis und Wissensproduktionen waren untrennbar miteinander verknüpft, und genau das muss zukünftige Forschung systematisch berücksichtigen. Kurz gesagt: Der Workshop hat gezeigt, dass koloniale Gewalt kein Ereignis ist, sondern ein System – ein Zusammenspiel aus Zwang, Ordnung, Wissen und Nutzungsorientierung. Und Militärgeschichte muss sich diesem Thema analytisch stellen.

Stachelbeck: Ja, vielen Dank, Pierre, für die Einordnung unseres ersten Workshops. Man kann durchaus sagen, dass aus der Gewalt- und der militärhistorischen Perspektive ein Gewaltakteur zentral ist: die deutsche Schutztruppe. Dieser Begriff Schutztruppe klingt zunächst relativ harmlos – nach Verteidigung, nicht nach Angriff. Aber in Wahrheit ging es natürlich nicht um Schutz, sondern um Herrschaftssicherung. Die Schutztruppe war militärisch, politisch und wirtschaftlich zugleich ein Werkzeug, um Kontrolle und Gehorsam für den kolonialen Staat durchzusetzen. Genau dieses Werkzeug wollen wir uns nun genauer anschauen. Was war die Schutztruppe wirklich? Eine Söldner- oder Polizeitruppe? Eine Armee? Oder ein Labor – Pierre, wie du es eben schon angesprochen hast –, in dem neue Formen von Gewalt und Herrschaft erprobt wurden? Wovor hat die Schutztruppe vermeintlich geschützt? Das könnte man als zentrale Frage formulieren.

Zunächst ist es wichtig, unseren Zuhörerinnen und Zuhörern einen Einblick in die aktuelle Forschung zur Schutztruppe zu geben. Pierre, du hast dich intensiv damit befasst. Vielleicht kannst du kurz skizzieren, was die wesentlichen Akzente in der aktuellen Forschung zur Schutztruppe im kolonialen Kontext sind.

Köckert: Um unsere Hörer nicht mit einem Forschungsbericht zu langweilen, nur so viel: Es gibt viele gute Arbeiten, aber aus militärhistorischer Sicht bleiben zentrale Lücken. Susanne Kuss versteht die Schutztruppe etwa als Teil einer kolonialen Sicherheitsarchitektur – nicht als einheitliche Armee, sondern als Gebilde, dessen Handeln von Raum, Gegnern und Situationen abhängt und nicht aus festen Doktrinen entsteht. Tanja Bührer wiederum beschreibt sie als hybriden Gewaltakteur zwischen europäischen und lokalen Kriegspraktiken. 
Stachelbeck: Tom Menger – er war ja auch bei unserem Workshop – hat den transimperialen Gedanken noch einmal geschärft; 
Köckert: er hat erst vor Kurzem seine Dissertationsschrift veröffentlicht. Er stellt koloniale Gewalt in einen transimperialen Zusammenhang. Seine Stichworte sind dabei „Mobile Effect“ und „Exemplary Punishment“, also Verwüstung und Hunger als bewusst eingesetzte Strategie. Koloniale Gewalt erscheint hierbei nicht als mitgebracht, sondern als „Learning by Doing“. Eine Sache möchte ich noch nennen: Jürgen Zimmerer bringt eine postkoloniale Perspektive mit ins Spiel. Hier nur das Stichwort: der Weg von den Konzentrationslagern von Windhoek bis nach Auschwitz. Man muss dazu sagen, das ist eine sehr umstrittene These. Sie zeigt jedoch, dass koloniale Gewalt und Wissen weiterwirkten und sich gegenseitig beeinflussen. Insgesamt konzentriert sich die Forschung stark auf die großen Kolonialkriege, insbesondere die Kriege gegen die Nama und Herero oder der Maji-Maji-Krieg in Deutsch-Ostafrika. Währenddessen sind kleinere Einsätze und Alltagsgewalt kaum untersucht. Gerade das wäre aber entscheidend, um zu verstehen, wie koloniale Gewalt funktionierte – als militärische Praxis und nicht als bloßer Ausnahmezustand.

Stachelbeck: Jetzt hole ich Christian auch noch mit ins Boot. Wenn du den Forschungsstand mit wenigen Punkten ergänzen kannst und vor allem Curt von Morgen kurz einführst: Wer war das, was macht ihn für dich besonders interessant? Du hast dich ja jahrelang mit dem Mann und seiner Geschichte auseinandergesetzt.

Senne: Ja, vielen Dank für die Möglichkeit, hier meine Forschung zur imperialen Biografie Curt von Morgens darstellen zu können. Ich will das noch ein bisschen weiter ausführen. Was war das für ein Offizier, der als junger Premierleutnant nach Kamerun entsandt wurde und dort zwei Forschungsexpeditionen in das Hinterland dieses deutschen Schutzgebietes führte? Das bildete gewissermaßen den Ausgangspunkt für eine relativ steile Karriere dieses Offiziers im deutschen Kaiserreich. Die Stationen führten über eine Militärbeobachtung des britischen Sudan-Feldzugs, die Teilnahme am thessalischen Krieg zwischen dem Osmanischen Reich und Griechenland 1897, worauf er zum ersten deutschen Militärattaché in Konstantinopel berufen wurde. Im Jahr darauf folgte noch ein zusätzlicher Gunstbeweis des Kaisers, der ihn im Rahmen seiner Orientreise 1898 zu einem seiner Flügeladjutanten ernannte. Das betraf nur ganz wenige Leute – eine handverlesene Anzahl von Offizieren, die diesen Status erreichen konnten. Anschließend, nach 1901, war er kurz im Großen Generalstab in der russischen Abteilung und durchlief danach die normalen Stabsoffizierverwendungen im Kaiserreich bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Im Ersten Weltkrieg treffen wir ihn in erster Linie an der Ostfront wieder, Stichwort Schlacht bei Tannenberg, oder auch im Feldzug gegen Rumänien 1916/17. Er beschließt seine militärische Karriere als charakterisierter General der Infanterie, und in der Zeit der Weimarer Republik finden wir ihn dann auch noch auf der extremen Rechten wieder. Das zum Lebenslauf Curt von Morgens. Wenn wir zurück auf seine koloniale Tätigkeit schauen: Den Grundstein für seine Karriere bildeten diese beiden Expeditionen – in Anführungszeichen Forschungsexpeditionen, wie das damals hieß. Dabei ging es auch darum, den vom Deutschen Kaiserreich beherrschten Raum in Westafrika weiter auszudehnen. Denn zunächst bestand dieser koloniale Anspruch ja erst einmal nur auf dem Papier und musste physisch durchgesetzt werden – nicht nur gegenüber der einheimischen Bevölkerung, sondern auch gegenüber der europäischen Konkurrenz, insbesondere Großbritannien und Frankreich in dieser Region.

Stachelbeck:Noch Ergänzungen zum Forschungsstand? Ich denke etwa an die Arbeit von Jürgen Kilian über die kaiserlichen Gouverneure. Gibt es neue Arbeiten neben Jürgen Kilian, die erwähnenswert sind?

Senne: Es gibt weitere Arbeiten. Wenn man sich über die Schutztruppe in Kamerun einlesen will: Jan Hoffmann hat vor einigen Jahren eine zweibändige Promotionsschrift verfasst über die Schutztruppe und betrachtet dort auch einzelne Schutztruppenoffiziere. Dazu gehört eben auch Morgen, der nicht nur die Forschungsexpeditionen durchführte, sondern nach dem sogenannten Dahomey-Aufstand Ende 1893 die förmliche deutsche Schutztruppe im Schutzgebiet Kamerun aufbaute – durch Anwerbung sogenannter Sudanesen in Ägypten und mit diesem Grundstock an militärisch vorgebildetem Personal, das er vor Ort zu einer Schutztruppe formte und in ersten Einsätzen operativ führte.

Stachelbeck: Dann machen wir nahtlos weiter und schauen uns den Bereich der Quellen, Quellenzugänge und methodischen Zugänge an. Wie können wir Militärgeschichte und Kolonialgeschichte in diesem Kontext betrachten? Welche Zugänge haben wir? Das Fundament jeder geschichtswissenschaftlichen Arbeit sind die Quellen – damit müssen wir arbeiten. Worauf stützt sich unser Wissen? Was wissen wir über die Schutztruppe und wer hat darüber geschrieben? Pierre, du befasst dich intensiv mit den Quellen kolonialer Gewalt. Kannst du skizzieren, welche Quellengattungen vorliegen und wie du persönlich damit umgehst?

Köckert: Wir haben eine ziemlich breite, aber gleichzeitig sehr einseitige Quellenbasis: Berichte, Tagebücher, Akten, Karten, Fotografien, Drucksachen und auch Selbstzeugnisse. All das sind Produkte kolonialer Machtproduktion. Sie legitimieren Gewalt, stabilisieren Herrschaft und schaffen ein vermeintlich objektives Wissen über die Kolonien selbst. Amtliche Quellen wie Befehle, Lageberichte oder Verwaltungsakten erzeugen eine eigene Aktenwahrheit. Ihre Sprache konstruiert Ordnung, verschleiert Widerspruch und rahmt Gewalt als notwendige Verwaltungspraxis. Unterdrückung erscheint darin als Befriedung. Egodokumente – Briefe, Tagebücher, Memoiren – spiegeln koloniale Mentalitäten wider: Selbstrechtfertigungen und Männlichkeitsideale, aber teils auch Zweifel, Erschöpfung und Disziplinprobleme. Fotografien und Karten wiederum sind visuelle Werkzeuge der Kontrolle. Sie fixieren Machtverhältnisse, machen Land und Menschen verfügbar. Eine kritische Lektüre ist hier entscheidend: Sprachregelungen, Leerstellen und Rechtfertigungsmuster müssen offengelegt werden. Wichtig ist nicht nur, was berichtet wird, sondern auch, was fehlt. Die Perspektiven der Kolonisierten sind in europäischen Archiven fast verschwunden. Umso wichtiger sind mündliche Überlieferungen, lokale Archive und materielle Zeugnisse. Kooperationen mit afrikanischen Archiven könnten solche Stimmen sichtbar machen – auch wenn Projekte wie das Maji-Maji Research Project der 1960er-Jahre methodisch umstritten sind, weil sie lokale Narrative teils zu stark angepasst haben. Hier lohnt sich der Blick in das Buch von Johannes Fried: „Die Schleier der Erinnerung“ von 2004. Neuere Studien zeigen zudem, dass selbst koloniale Quellen Spuren afrikanischer Handlungsmacht enthalten. Liest man sie „gegen den Strich“, erkennt man Eigeninteressen. Der Zugang zu Archiven in vielen ehemaligen Kolonien bleibt allerdings schwierig. Hier kann Oral History eine notwendige Ergänzung sein, aber kein Ersatz. So gelesen sind die Quellen nicht nur historische Belege, sondern Dokumente kolonialer Selbstbeschreibung: Beweise dafür, wie Gewalt sprachlich und administrativ produziert wurde.

Stachelbeck: Wichtig ist, denke ich, dass oft vorgeworfen wird, wir hätten eine eurozentrische Blickweise und schauen aus der Perspektive der Kolonialherren auf Kolonialgeschichte. Das hat auch mit der Quellenproblematik zu tun. Da ist noch viel Bedarf, mehr Perspektiven der Kolonisierten und der lokalen Bevölkerung einzubeziehen. Das ist schwierig und wird in Workshops immer wieder diskutiert. Aber es bleibt eine zentrale Aufgabe. Christian, du hast einen biografischen Zugang gewählt. Am Beispiel Curt von Morgen: Welche Quellen nutzt du, und welche Herausforderungen ergeben sich aus deiner Sicht?

Senne: Aus dem biografischen Ansatz ergab sich, dass ich mich im Wesentlichen auf den im Militärarchiv in Freiburg überlieferten Nachlass Morgens stützen konnte und darüber hinaus auf Aktenbestände aus der kolonialen Administration, die im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes überliefert sind. Und da ist das quellenmäßige Problem massiv präsent: Das sind alles Quellen, die aus der Herrschaftsposition argumentieren – sowohl administrativ als auch persönliche Egodokumente.

Stachelbeck: Und Pierre noch ergänzend: Was können uns visuelle Quellen oder Objekte erzählen? Wo hilft Visual History oder auch Provenienzforschung, also der Blick auf die Herkunft von Kunst und Kultur?

Köckert: Grundsätzlich sind Visual-History-Quellen Fotografien, Karten und Zeichnungen. Wichtig ist zu verstehen, dass das keine neutralen Abbilder sind, sondern Inszenierungen von Macht und Ordnung. Sie markieren Räume, legitimieren Gewalt und verwandeln Zerstörung in Zeichen von Disziplin. Jede Aufnahme, jede Karte ordnet den kolonialen Raum symbolisch neu. Sie zeigen Kontrolle statt Chaos, Verwaltung statt Unterdrückung. In diesem Sinne sind Bilder Teil kolonialer Gewaltpraxis: Sie schaffen Sichtbarkeit, Hierarchie und Legitimation. Visual History als Methode hilft, diese Mechanismen zu entschlüsseln: die Regie der Darstellung, die Ästhetisierung militärischer Präsenz. Wer genau hinsieht, erkennt, dass solche Bilder doppelt erzählen: Sie zeigen, was zu sehen war, und verschweigen, was nicht gezeigt werden durfte. Ebenso sind Objekte und materielle Zeugnisse kolonialer Aneignung – Waffen, Uniformen, Alltagsgegenstände oder Sammlungsstücke in Museen – Produkte und Träger kolonialer Gewaltbeziehungen. Provenienzforschung macht Besitz- und Erwerbsgeschichten sichtbar und zeigt, wie eng Gewaltwissen und Besitz miteinander verknüpft waren. Die Verbindung von Bild- und Provenienzforschung eröffnet neue Perspektiven auf koloniale Ordnungen als Systeme aus Dingen und Bildern. Sie zeigt, wie das Imperium seine Welt nicht nur militärisch, sondern auch visuell und materiell beherrschte – und wie diese Strukturen bis heute in Archiven und Museen fortleben.

Stachelbeck: Wenn wir die Quellen im Blick behalten, zeigt sich relativ schnell: Die Schutztruppe war keine zufällige Ansammlung von Männern in Uniform, sondern ein komplexes Gebilde mit klaren Regeln – zumindest auf dem Papier. Es gab Gesetze, Befehlwege und Strukturen. Militärische, polizeiliche und administrative Aufgaben waren miteinander verbunden. Damit kommen wir zur Frage der Entstehung, der Organisation und der rechtlichen Grundlagen. Pierre, wenn du kurz skizzieren kannst, wie die Schutztruppe entstand und welche Rolle rechtliche Grundlagen wie die Schutztruppengesetze der 1890er-Jahre spielten: Welche Rolle haben sie gespielt, und was unterscheidet die Schutztruppe organisatorisch von der Armee in Europa?

Köckert: Kurz ist gut, das ist eine große Frage, und ehrlich gesagt verdient sie eine eigene Monographie, die es bisher noch gar nicht gibt. Ich versuche mich kurz zu fassen. Die Schutztruppe entstand nicht aus einem langfristigen Konzept, sondern als Reaktion auf eine Kolonialkrise von 1888. Vor allem der Aufstand in Deutsch-Ostafrika gegen die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft ist hier wichtig. Denn Heer und Marine weigerten sich, reguläre Truppen zu entsenden. Die Reichsregierung – genauer: das Auswärtige Amt – griff daher zu einer Übergangslösung: einer privat organisierten Interventionsmacht unter Hermann von Wissmann, der sogenannten Wissmanntruppe. Sie bestand aus wenigen deutschen Offizieren und Unteroffizieren sowie afrikanischen Söldnern. Sie operierte im Auftrag des Reiches, aber ohne spezifische gesetzliche Regelungen der eigenen Organisation und der Gewaltpraxis. Schon hier zeigt sich ein Kernproblem: Kompetenzkonflikte, Disziplinlosigkeit und Übergriffe auf die Bevölkerung. Das machte deutlich, dass koloniale Gewalt rechtlich gefasst werden musste. Mit dem ersten Schutztruppengesetz vom 22. März 1891 griff man rechtlich ein; zunächst betraf das vor allem Deutsch-Ostafrika. Für nahezu jede Kolonie beziehungsweise jedes Schutzgebiet wurden eigene Schutztruppengesetze erlassen. Für Deutsch-Ostafrika bedeutete das, dass die Wissmanntruppe in eine staatlich legitimierte Truppeneinheit überführt wurde. Das war die eigentliche Gründung der kaiserlichen Schutztruppe. Sie übernahm Personal, Strukturen und Ausrüstung der Wissmanntruppe und bildete fortan den militärischen Kern der deutschen Kolonialherrschaft. Zwischen 1871 und 1898 entstand ein abgestuftes System von Schutztruppengesetzen, das den rechtlichen Sonderstatus der Truppe definierte und koloniale Gewalt absichern sollte. Formal ja – in der Praxis sieht das natürlich anders aus. Wichtig ist zu verstehen, dass bereits 1886 gesetzlich festgelegt wurde, dass der Kaiser selbst die Schutzgewalt im Namen des Reiches in den Schutzgebieten ausübe. Die Schutztruppe war also von Beginn an Ausdruck imperialer Herrschaft. Sie war Instrument kaiserlicher Gewalt und kein Teil der Reichsarmee. Militärisch organisiert, aber zivil administriert – diese institutionelle Mischform war im Kaiserreich einzigartig. Am 31. August 1897 wurde das Oberkommando der Schutztruppe in Berlin gegründet; ab 1907 als Kommando der Schutztruppe im Reichskolonialamt, geleitet von einem Oberst oder General. Damit unterstand die Schutztruppe nicht dem Preußischen Kriegsministerium, sondern dem Reichskanzler beziehungsweise dem Reichskolonialamt. Der Kaiser blieb nominell oberster Kriegsherr, die praktische Kontrolle lag bei der Kolonialverwaltung. Diese war zugleich politische, militärische und administrative Zentralbehörde – eine Verschmelzung, die die Grenze zwischen Zivilordnung und militärischer Gewalt zunehmend verwischte. Der Unterschied zur Reichsarmee war grundlegend: Die Reichsarmee diente der äußeren Verteidigung, die Schutztruppe der inneren Kontrolle. Sie sollte Aufstände niederschlagen, Herrschaft sichern, Steuern eintreiben, Zwangsarbeit durchsetzen und Infrastrukturprojekte militärisch absichern. Wichtig ist: Die Schutztruppe war eine zivil verwaltete, militärisch agierende Gewaltorganisation, deren Rechtsrahmen Gewalt nicht begrenzte, sondern institutionalisierte – ein Instrument kaiserlicher Souveränität, formal legitim, faktisch mit großen autonomen Spielräumen.

Stachelbeck: Wenn ich mir das genauer anschaue, Christian, Wie sah das im Alltag aus, wenn Hierarchien schwankten, wenn strikte Befehlsketten nicht funktionierten? In den Kolonien, weit weg, über riesige Räume verteilt agieren wenige Schutztruppenangehörige – wie funktionierte die Hierarchie? Oder hat es gar nicht funktioniert?

Senne: Das ist eine sehr interessante Frage. Mit Blick auf Morgen muss man zwei Phasen unterscheiden. Zunächst die Zeit, in der er als Forschungsreisender unterwegs ist, als es in Kamerun noch keine institutionalisierte Schutztruppe gab. Da stellt sich die Frage von Unterstellung und Hierarchie dennoch, aber als Expeditionsleiter ist er, wenn er von der Küste wegmarschiert, in gewisser Weise sein eigener Herr. In der Forschung ist in diesem Zusammenhang vom „Menschen am Ort“ gesprochen worden, weil diese „Men on the Spot“ vieles nach eigenen Vorstellungen machen konnten. Natürlich gab es den Rahmen: Der Gouverneur vor Ort gab den Auftrag für die Expedition ungefähr vor. Im Sinne der Auftragstaktik waren die Offiziere dann frei, wobei Auftragstaktik nicht Eigennützigkeit hieß, sondern Handeln im Rahmen der Absicht der übergeordneten Führung – wie es auch heute noch in der Bundeswehr gilt. So stellten es die Offiziere in Erinnerung und Selbstdarstellung auch gern dar. Ob das im Einzelfall immer stimmte, kann man hinterfragen. Gerade in der Frühzeit des deutschen Kolonialismus musste sich Morgen gegenüber Berlin, also dem Auswärtigen Amt, immer wieder rechtfertigen und darauf achten, dass seine Unternehmungen keine großen Kosten verursachen. Kriegszüge kosten immer Geld – das war ein Spannungsverhältnis. Berlin versuchte, administrativ Fesseln anzulegen. Wie weit das erfolgreich war, steht auf einem anderen Blatt. Es war ein Spannungsverhältnis zwischen Freiraum des Handelns und dem Versuch, Kontrolle auszuüben. Und dazu kommt: Diese Männer wollten sich auszeichnen und darstellen – das war eine wichtige Motivation, in die Kolonien zu gehen, weil man dort zeigen konnte, wozu man fähig ist.

Stachelbeck: Wir haben lokale Soldaten angesprochen. Wer kämpfte eigentlich in der Schutztruppe? Waren das deutsche Soldaten, Söldner, Freiwillige?

Köckert: Die Schutztruppe war ein gemischtes Gebilde. Es gab wenige deutsche Offiziere und Unteroffiziere, die Masse bestand aus afrikanischen Soldaten, die auf Vertragsbasis dienten – mehr oder weniger freiwillig. In Deutsch-Ostafrika rekrutierte man überregional, um lokale Bindungen und Aufstände zu vermeiden. Verträge regelten Sold, Verpflegung und Dienstzeit. Drill, Uniform und Disziplin galten als Mittel der „Zivilisierung“. Aufstieg war nur innerhalb afrikanischer Ränge möglich; selbst ein afrikanischer Unteroffizier blieb deutschen Mannschaftsdienstgraden unterstellt – ein rassistisches System. Eine Ausnahme war Deutsch-Südwestafrika: Als Siedlerkolonie und im Kontext des Herero- und Nama-Aufstands wurden zeitweise in großer Zahl deutsche Soldaten entsandt; dort wog der deutsche Anteil deutlich stärker. Es gab zudem Gebiete ohne klassische Schutztruppe: In Kiautschou war die Marine präsent, und in Togo oder Deutsch-Neuguinea dominierten Polizeitruppen, wobei sich Polizeiaufgaben und militärische Aufgaben oft überlappten.

Stachelbeck: Wie sah das in Kamerun aus, und was wissen wir über Loyalität, Zwang oder Deserteure?

Senne: Für die Entstehung der institutionalisierten Schutztruppe in Kamerun war der sogenannte Dahomey-Aufstand Ende 1893 ursächlich. Dahomey waren angeworben worden; dieses Modell war in Westafrika nicht ungewöhnlich: Menschen wurden lokalen Machthabern abgekauft und mussten den Preis „abdienen“. Dahomey kann man auf Deutsch sinngemäß als „unfrei“ übersetzen. Mit diesem Personal baute Freiherr von Gravenreuth die Polizeitruppe in Kamerun auf. Übergriffe durch die deutsche Kolonialadministration gegen diese Menschen und ihre Familien führten zum Aufstand, der wiederum Anlass für die Aufstellung der Schutztruppe war. Morgen wurde als Experte hinzugezogen und beauftragt, eine schlagkräftige Schutztruppe aufzustellen. Er sagte: Wir holen das Personal nicht aus Westafrika, sondern anderswoher. Er ging nach Ägypten und warb dort sogenannte Sudanesen an – Afrikaner, die zuvor in britisch-ägyptischen Streitkräften gedient hatten. Sie mussten nicht erst ausgebildet werden und galten als ortsfremd, also als „sichereres“ Instrument in den Händen der deutschen Kolonialherren.

Stachelbeck: Wir haben Motivationsfragen angesprochen. Warum entschieden sich Männer wie Curt von Morgen für den Dienst in Afrika? Karriere, Abenteuer, Überzeugung?

Senne: Karrieremöglichkeiten und die Chance, sich auszeichnen zu können, waren wichtig, besonders in einer Friedensarmee. Bewährung im Kampf spielte eine Rolle, dazu Abenteuer und Exotik und auch die Überzeugung, für die Reichsinteressen einzutreten. Es war ein Mix, der je nach Person unterschiedlich gewichtet war.

Stachelbeck: Und wie war das bei den afrikanischen Soldaten? Gibt es Forschung zu ihren Beweggründen?

Köckert: Ja. Die Rekrutierung war auch eine Frage der Notwendigkeit: Es gab nicht genug deutsche Kräfte, afrikanische Soldaten waren kostengünstiger, und das war politisch leichter zu vermitteln. Für die Soldaten selbst waren materielle Sicherheit, regelmäßiger Sold, sozialer Aufstieg und Prestige wichtige Faktoren. Dazu kommt militärische Tradition: Einige Gruppen brachten vorkoloniale Kriegserfahrung und einen Kriegerethos mit. Der „treue Askari“ ist als Beschreibung jedoch ein Mythos, der vor allem mit Lettow-Vorbeck und der Nachkriegsdeutung des Ersten Weltkriegs verbunden ist. In den Quellen finden sich wenige Aufstände afrikanischer Soldaten, aber daraus folgt nicht automatisch „Treue“ im romantisierten Sinne.

Stachelbeck: Motivationsfragen erklären, warum Männer in die Kolonien gingen, sagen aber wenig darüber, wie sie handelten. Der Alltag war geprägt von Klima, Entfernungen, unsicherer Kommunikation, unzuverlässigem Nachschub und der Notwendigkeit zu improvisieren. Christian, kannst du ein Beispiel geben, wie Raum, Klima oder Entbehrung den Alltag und das Handeln prägten?

Senne: An der zweiten Expedition Morgens sieht man, wie fragil koloniale Herrschaft war. Morgen erkrankte zeitweise so stark, dass er unter Medikamenten stand; zur Reiseapotheke gehörten auch Opiumpräparate. Er war über Tage nicht bei vollem Bewusstsein und abhängig von den Afrikanern, die ihn begleiteten: Sie suchten Wege, kümmerten sich um ihn. Die Selbstdarstellung des starken Kolonialpioniers ist dadurch durchaus zu hinterfragen; vieles war fragiler und zerbrechlicher.

Stachelbeck: In der Forschung heißt es oft: Die Kolonien waren in einem permanenten Gewaltzustand, Krieg und Frieden gingen ineinander über. Welche Gewaltformen treten auf, stoßen Soldaten an moralische Grenzen?

Senne: Gewaltformen zeigen sich etwa in Angriffen auf Dörfer und Ansiedlungen von Gruppen, die Widerstand leisteten; häufig wurden sie niedergebrannt. Es wurden regelrechte Verwüstungsfeldzüge unternommen, um afrikanische Gesellschaften zu „disziplinieren“. Das wurde in Quellen oft als Beleg deutscher Überlegenheit verbucht. Ob das tatsächlich dauerhafte Akzeptanz erzeugte, ist sehr fraglich.

Stachelbeck: Zum Schluss möchte ich darüber sprechen, wie diese Gewalt und Erfahrungen nachwirkten. Sie endeten nicht 1918. Die Männer kehrten zurück mit Routinen und Bildern; viele schrieben darüber, andere schwiegen. Wissen und Deutungen lebten weiter, auch in der Öffentlichkeit. Christian, wie sahen sich Rückkehrer selbst? Als Pioniere, Opfer, Helden?

Senne: Bei Morgen kann man das gut sehen. Er gilt als Kolonialpionier und taucht so in der zeitgenössischen Literatur auf. Er hat zu seinem Bild beigetragen, indem er über seine Züge durch Kamerun ein Buch publizierte und damit koloniale Propaganda betrieb, auch wenn er im Vorwort behauptet, das nicht zu tun. Inwieweit koloniale Erfahrungen und Gewaltpraxen später in den europäischen Militärdienst eingingen, kann man so nicht direkt sagen. Der koloniale Dienst war ein Bezugspunkt des individuellen Erfahrungshorizonts, aber nicht der entscheidende Bezugspunkt. Später als Regimentskommandeur bildete Morgen seine Soldaten in Minden nicht nach den Gesetzmäßigkeiten kolonialer Kriegsführung aus, sondern weiterhin mit Blick auf einen hochintensiven Krieg in Europa. Der Kolonialkrieg war damit kein dominierender Ausbildungsmaßstab.

Stachelbeck: Wir haben gesehen, dass die Schutztruppe nicht nur ein Werkzeug des Kolonialstaats war, sondern ein zentraler Ort, an dem militärisches Handeln, Herrschaft und Gewalt ineinander übergingen. Ihre Spuren reichten über das Ende des Kolonialreichs hinaus – in militärische Routinen, politische Vorstellungen und Erinnerungskultur. Ich möchte zum Schluss zur Ausgangsfrage zurückkehren: Schutz wovor? Wenn ihr die Schutztruppe knapp beschreiben müsstet: Was ist sie? Wen schützt sie wovor?

Köckert: Der Begriff Schutztruppe erscheint mir als sprachliche Täuschung. Er klingt defensiv, human und legitim, aber in Wirklichkeit ging es darum, deutsche koloniale Interessen militärisch durchzusetzen. Die Schutztruppe schützt nach meinem Empfinden keine Menschen, sondern die Herrschaft selbst: politische und wirtschaftliche Interessen des Deutschen Reiches, insbesondere in Afrika, gegen den Widerstand der Kolonisierten.

Senne: Das kann ich unterstreichen und ergänzen: In Westafrika, in Kamerun, kommt hinzu, dass die Schutztruppe auch dazu diente, die ökonomischen Interessen deutscher kolonialer Handelshäuser – etwa Woermann, Jantzen & Thormählen – zu schützen und durchzusetzen.

Stachelbeck: Vielen Dank an euch beide für diese tiefen Einblicke in die deutsche Schutztruppe. Das hat uns gezeigt: Eine Erforschung der Kolonialgeschichte ohne das Militär wäre lückenhaft, aus meiner Sicht gar nicht denkbar – und natürlich verbunden mit der Ausübung von Gewalt. Wer tiefer einsteigen möchte: Unser zweiter Workshop zum Thema „Militärische Einsatzpraxis im kolonialen Raum zwischen Ordnungssicherung und Vernichtungsgewalt“ findet im Mai 2026 bei uns in Potsdam statt. Ich würde mich freuen, den einen oder anderen dort zu sehen. Langfristig arbeiten wir daran, das zu dokumentieren: an einem Sammelband aus unseren Workshops, der 2028 hoffentlich publiziert wird – mit hoffentlich vielen Antworten, aber auch vielen neuen Fragen. Denn Kolonialgeschichte bleibt wichtig, sie ist es wert, dass wir uns damit beschäftigen – und die Verbindung zwischen Kolonial-, Militär- und Gewaltgeschichte weiter ausleuchten. Vielen Dank auch an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, und ich wünsche von hier aus Potsdam noch einen schönen Tag.

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