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Ausgestellt

Eine historische Ehrenbürgerurkunde für den Militärmusiker Wieprecht von 1862

Museums- und Sammlungsverbund der Bundeswehr

Die Lehrsammlung des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr in Hilden verwahrt neben zahlreichen historischen Musikinstrumenten, Uniformen, Bildern und Dokumenten auch eine verzierte Urkunde, mit der der Komponist und Musikreformer Friedrich Wilhelm Wieprecht die Ehrenbürgerschaft der Stadt Aschersleben zuerkannt bekam.

Teaserbild der Reihe Ausgestellt

Das ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr präsentiert hier besondere Objekte aus einer der mehr als 100 Sammlungen.

Bundesehr/Andrea Nimpsch

Ein repräsentatives Original

Die originale Urkunde von 1862 ist seit 2022 im Bestand der Lehrsammlung des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr in der Waldkaserne in Hilden. Sie besteht aus zwei Doppelblättern, die mit einer schwarzweißen Seidenkordel in eine rote Kalbsledermappe eingehängt sind. Die Mappe hat auf der Vorderseite eine Goldprägung mit einem großem Supralibros in Form eines Wappens, den Rückendeckel schmückt eine goldgeprägte Lyra. Weitere Schmuckelemente sind sogenannte Innenkantenfileten und silbergraue Vorsätze aus marmoriertem Seidenstoff.

deutsche Handschrift auf Karton mit kalligraphischen Überschriften, tektiertem Siegel und Unterschriften

Ehrenbürgerurkunde der Stadt Aschersleben an Friedrich Wilhelm Wieprecht aus dem Jahr 1862

Bundeswehr/Paul Stöher

Militärmusikreformer und Erfinder

Friedrich Wilhelm Wieprecht (1802–1872), ein in Aschersleben geborener Komponist, ist eine zentrale Gestalt in der Geschichte des deutschen Militärmusikwesens. Er prägte die Form des Großen Zapfenstreichs mit Trommelsignal, musikalischem Gebet und Marsch, war beteiligt an der Erfindung der Basstuba, reorganisierte die Militärmusik ausländischer Armeen und gilt als der große Reformer der deutschen Militärmusik. Musikalische Größen seiner Zeit wie Carl Maria von Weber, Franz Liszt oder Giacomo Meyerbeer kannte er persönlich. 1838 wurde er Direktor der gesamten Musikkapellen des Gardekorps in Berlin mit über 1200 Musikern und Trommlern in Infanteriebataillonen, Kavallerie- und Artiellerieregimentern, Jäger- und Pionierbataillonen. 1843 wurden ihm zusätzlich die Kapellen des 10. Bundes-Armeekorps zugewiesen, das die Truppen der nordwestlichen Mitgliedstaaten (Hannover, die beiden Mecklenburg, Oldenburg usw.) des Deutschen Bundes vereinte. Einem größeren Publikum wurde Wieprecht durch seine Konzerte bekannt, bei denen er Sinfonien und Ouvertüren von Komponisten wie Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart oder Ludwig van Beethoven – für Militärmusikkapellen arrangiert – aufführte.

Zu den zahlreichen Ehrungen, die ihm zuteilwurden, zählt die Ehrenbürgerwürde, die ihm seine Geburtsstadt Aschersleben am 15. August 1862 verlieh.

Fotos und Text zum Herunterladen

von Paul Hoffmann

Ausgestellt

In der Artikelreihe "Ausgestellt“ stellen wir besondere und oft einzigartige Objekte aus den Sammlungen und Ausstellungen der Bundeswehr mit ihren Geschichten vor.

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